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Body positivity: 6 Wege für mehr Selbstakzeptanz

 

Cellulite, Dehnungsstreifen, Akne oder Kurven? Das sind keine Makel, sondern Charakteristika, die zu uns gehören. Couturista zeigt dir 6 einfache Wege, wie du dich nachhaltig in deinem Körper lieben lernst.

Cellulite, Dehnungsstreifen, Akne oder Kurven? Das sind keine Makel, sondern Charakteristika, die zu uns gehören. Couturista zeigt dir 6 einfache Wege, wie du dich nachhaltig in deinem Körper lieben lernst.

Schönheitsideale: 6 Wege, sie endlich zu besiegen

Was macht einen Menschen schön? Die Antwort auf diese Frage ist subjektiv und unterliegt vor allem gängigen Schönheitsidealen. Diese sind nicht nur vom zeitlichen, sondern auch vom kulturellen Kontext abhängig. Ein Blick in die Vergangenheit offenbart unterschiedliche Vorstellungen von Schönheit. In der Barock-Epoche stand ein üppiger, fülliger Körper für Wohlstand und galt deshalb als besonders schön. Charakteristisch für einen „gutaussehenden“ Mann waren außerdem aufwendige Perücken. Ein paar Jahrhunderte später, Mitte des 17. Jahrhunderts, war das Schönheitsideal ein ganz anderes: Frauen trugen nun Korsetts, um eine schmalere Taille zu bekommen, die an die Silhouette einer Sanduhr erinnern sollte. Nicht immer lagen Jahrhunderte zwischen solch gegensätzlichen Idealen. Während in den 50er Jahren füllige und kurvige Frauen wie Marilyn Monroe en vogue waren, wandelte sich das Schönheitsideal nicht mal 10 Jahre später zur schlanken Frau. Das Vorbild in den 60ern war das britische Supermodel „Twiggy“, was übersetzt so viel wie „Ästchen“ heißt.

Schönheitsideale und Bodyshaming

Die Geschichte zeigt: Das Konzept von Schönheit ist dynamisch. Was heute als schön definiert wird, kann in ein paar Jahren schon anders aussehen. Das eigene Aussehen nach Trends zu modellieren, kann nicht zuletzt deshalb problematisch sein. Besonders im Zeitalter von Social Media werden wir täglich mit eben diesen Schönheitsidealen konfrontiert und sind ständig unter dem Druck, ihnen gerecht zu werden. Die Folgen sind von Verunsicherung bis hin zu Ausgrenzung und Mobbing vielfältig. „Bodyshaming“ ist heute ein nicht zu unterschätzendes Problem, womit weiterhin zu viele Menschen konfrontiert werden. 

Welche Makel?

Eine Folge von Bodyshaming ist, dass sich viele Frauen und Männer nicht wohl in ihren Körpern fühlen. Die Meisten haben wohl auf  die Frage „Was magst du nicht an dir?“ sofort eine Auflistung von Antworten parat. Bei der Frage „Was magst du an dir?“ fällt die Antwort oft kürzer und überlegter aus. Viel zu oft definieren wir uns über unsere vermeintlichen Makel und nicht über unsere Vorzüge. Wir von Couturista setzen uns dafür ein, unsere Körper nicht nach Problemzonen zu definieren, sondern die sogenannten Makel als individuellen und damit schönen Teil von uns anzunehmen. Deswegen möchten wir anstatt „Makel“ lieber das neutrale Wort Charakteristika verwenden. Viel zu oft sind es genau diese Charakteristika, die uns auszeichnen und schön machen. Deswegen möchten wir dich dazu inspirieren, eine andere Denkweise zu entwickeln und deine Charakteristika der Welt zu zeigen.

7 Charakteristika, die wir von COUTURISTA zelebrieren:

1. Cellulite

Cellulite fühlt sich fast schon wie ein Tabuthema an. Die Scham reicht teilweise so weit, dass Frauen keine kurzen Hosen oder Kleider mehr tragen. Dabei ist Cellulite das normalste auf der Welt und gehört zu 80 Prozent der Frauen einfach dazu. Vor allem bei diesem Thema wird in den sozialen Netzwerken viel retuschiert, egal ob bei Fitnessmodels oder kurvigen Frauen. Dabei hat Cellulite wenig damit zu tun, wieviel Sport jemand macht, sondern ist schlichtweg Veranlagung. Das Bindegewebe von Frauen ist anders konzipiert als das der Männer (Stichwort: Schwangerschaft). Viel Sport und Ernährung können Dellen lediglich optisch ein wenig verringern. Deswegen freuen wir uns umso mehr, dass es zunehmend Frauen wie Melodie Michelberger oder Sierra Nielsen gibt, die zu ihrer tollen Haut stehen und sie uns selbstbewusst im Internet präsentieren.

2. Dehnungsstreifen

Dehnungsstreifen gehören wie Cellulite einfach zu uns. Hier bleiben auch Männer nicht verschont. Glücklicherweise wird das Thema Dehnungsstreifen nicht so stark tabuisiert wie Cellulite. Sie sind ein Beweis für die unglaubliche Arbeit, die unsere Haut leistet. Wir finden es toll, dass viele Models und Influencerinnen, wie z.B. Amber van Elk zu ihren Dehnungsstreifen stehen.

3. Akne

Unter dem Titel „Picnick in the Society“ hat der malaysische Designer Moto Guo seine Models mit Pickeln und aufgekratzten Stellen über den Laufsteg der Mailander Fashion Week laufen lassen. Der Titel soll daran erinnern, dass auch Hautunreinheiten menschlich und ganz normal sind. Das beweist auch Victoria´s Secret Model Taylor Hill, die sich auch ungeschminkt auf Instagram zeigt. Wir finden sie auch mit den kleinen roten Punkten wunderschön. Im Endeffekt beweisen sie und Moto Guo, dass auch Akne nur ein Zeichen dafür ist, dass wir alle Menschen sind und die Pickelchen deswegen nicht verstecken müssen.

4. Pigmentflecken

Kannst du dir vorstellen, dass Winnie Harlow früher aufgrund ihrer Haut gehänselt wurde? Das kanadische Model hat die Krankheit Vitiligo, wobei die Haut stellenweise keine Farbpigmente hat und sich deshalb weiße Flecken bilden. Aber gerade ihre Haut ist doch ihre Charakteristik, die sie so besonders macht. Umso schöner, dass sie sich von den Hänseleien nicht hat beeinflussen lassen und daraus ihr Kapital geschöpft hat.

5. Kurven

Kurvige Körper sind zweifellos schön! Auch in der Modebranche werden Kurven endlich mehr gezeigt. Ashley Graham beweist uns, dass Kurven das neue 90-60-90 sind. Immer noch fühlen sich viele Frauen gerade wegen ihrer Kurven nicht wohl in ihrer Haut. Doch gerade curvy Models und Influencerinnen zeigen uns, dass es dazu keinen Grund gibt.

6. Sommersprossen und Leberflecken

Was wäre Cindy Crawford ohne ihren weltbekannten Leberfleck, der ihren Mund ziert? Keine Frage, sie wäre immer noch eine wunderschöne Frau, aber dieser kleine Leberfleck ist sowas wie die Kirsche auf dem Sahnehäubchen. Immer mehr wollen Leberflecken und Sommersprossen, weshalb nicht wenige sie sich mit Hilfe von Make-Up schminken. Wie beliebt Sommersprossen sind, zeigen auch zahlreiche Filter auf Instagram, Snapchat und Co. 

7. Abstehende Ohren

Das spanische Model Mayka Merino zeigt uns, dass Ohren nicht immer klein und anliegend sein müssen. So sind es doch gerade ihre Ohren, die ihr Charme und ihr charakteristisches Aussehen geben. Wir lieben das elfenhafte, dass sie genau dadurch an sich hat.

Wie lerne ich mich so zu lieben, wie ich bin?

Um uns das Leben nicht unnötig schwer zu machen, sollten wir alle anfangen, unsere „Ecken und Kanten“ an uns zu akzeptieren, vielleicht sogar lieben zu lernen. Aber wie können wir diesen ersten Schritt schaffen? Obwohl es leider keine Wunderformel gibt, haben wir ein paar Tipps parat, die für mehr Selbstbewusstsein und damit Selbstakzeptanz sorgen.

1. Gebe deinen Vorzügen mehr Gewicht

Führe dir vor Augen, welche Dinge und Eigenschaften du besonders an dir magst. Versuche danach, diesen Eigenschaften ein größeres Gewicht zu geben als deinen vermeintlichen Makel. Du wirst merken, wie sich dein Mindset sofort ändert. Versuche diese Denkweise nachhaltig zu festigen, sodass die negativen Gefühle auch in Zukunft weniger Raum bekommen. 

2. Vergleiche dich nicht mit anderen

Social Media ist Fluch und Segen zugleich. Es ist toll, in das private Leben anderer einzutauchen und auch Celebrities und Influencer*innen ganz nah zu sein. Dennoch steigt auch der Druck durch den regelmäßigen Konsum von anderen (wohlhabenden) Personen. Führe dir immer vor Augen, dass Social Media nicht das wahre Leben von Menschen abbildet, sondern nur einen Teil, der zumeist positiv ist. Konzentriere dich lieber auf dich und deine Ziele, anstatt dich mit anderen Personen zu vergleichen. Wenn du das negative Gefühl verspürst, lege für einen oder mehrere Tage eine Social Media-Pause ein und du wirst merken, dass du dich wieder mehr auf dich konzentrieren kannst. 

3. Sorge für mehr Bewegung

Ein anderer wichtiger Punkt für mehr Bodypositivity ist Bewegung. Dabei muss es nicht unbedingt Sport wie Joggen oder Fitnessstudio sein, es kann auch ein kleiner Spaziergang im Kiez oder im Wald sein. Unser Körper schüttet bei Bewegung Glückshormone aus, wodurch wir uns gleich besser und selbstbewusster fühlen. Aber auch hier gilt: Mach das, womit du dich wohlfühlst!

 

4. Denke nicht darüber nach, was andere denken könnten

Mach dir nicht so viele Gedanken, was andere denken könnten! Befrei dich von dem gedanklichen Korsett, es allen anderen Recht machen zu wollen. Es ist dein Leben und dein Körper, was nur dich etwas angeht. Erstens weißt du nicht, was andere denken. Zweitens kann es dir auch egal sein. Wenn andere ein Problem mit deinem Aussehen haben, ist das ihr Problem. Was zählt, bist nur du.

5. Umgebe dich mich Menschen, die dich so nehmen, wie du bist

Nichts ist destruktiver als toxische Personen, die uns umgeben. Das negative Mindset von anderen kann schnell auf uns abfärben. Versuche deshalb, den Kontakt mit negativen Menschen weitestgehend zu meiden. Umgib dich stattdessen mit Menschen, die dich so lieben, wie du bist. Es gibt jedoch Leute, z.B. in der Schule oder der Arbeit, denen du nicht aus dem Weg gehen kannst? Interagiere nur im nötigsten Rahmen und gebe der Negativität von Ihnen keinen Wert (siehe Punkt 3).

6. Beschäftige dich mit wirklich wichtigen Dingen

Auch wenn es sich wie ein Phrase anhört: Das Leben ist zu kurz, um sich ständig über sein Aussehen den Kopf zu zerbrechen. Investiere diese Energie stattdessen in etwas Sinnvolles, das dir ein gutes Gefühl gibt. Das kann ein neues Hobby oder Engagement in einem Verein sein. Vor allem gibt es ein gutes Gefühl, anderen Menschen zu helfen oder sich für eine wichtige Sache einzusetzen. Du wirst merken: „Oberflächlichkeiten“ geraten ganz schnell in den Hintergrund. 

Keine Frage, mit diesen Tipps wirst du mögliche negativen Gedanken nicht über Nacht los. Wenn du dir aber ein nachhaltiges positives Bild von dir aneignest, wirst du auf lange Sicht selbstbewusster durch’s Leben gehen. Sich zu akzeptieren ist reine Kopfsache, deswegen ist es so wichtig, negative Denkmuster zu brechen.

Zeige deine #bodypositivity

Die aufgelisteten Charakteristika sind längst nicht komplett und du hast deine ganz eigenen, die dich zu genau der Person machen, die du bist. Keine*r hat Sommersprossen genau dort, wo du sie hast und die Kombination mit weiteren Besonderheiten macht deinen Körper erst so einzigartig wie deinen Fingerabdruck. Stell dir vor, jede*r würde exakt wie das vorgegebene Schönheitsideal aussehen. Wäre die Welt dann nicht schrecklich langweilig und wir alle würden uns gewöhnlich fühlen? Schönheit hat viele Facetten - Das beantwortet auch die Frage „Was macht uns schön?“ - denn die eine Schönheit gibt es nicht. Einzigartigkeit und Personality machen einen Menschen liebenswert und damit schön. Sich selbst zu akzeptieren macht selbstbewusst und sexy! Glücklich werden wir, wenn wir stolz auf uns und jeden Millimeter unseres Körpers sind; uns akzeptieren, wie wir sind. Vergiss nicht, dein Körper leistet tagtäglich unglaubliche Arbeit und auch wenn das manchmal sichtbar wird, siehst du immer noch verdammt gut aus! #IAmFlawsome

Text: Sandra Hummel und Sophia Hess


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